Die Leipziger Gesundheitsclowns

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Medienauftritte

Lachen bis der Arzt kommt

mephisto 97.6 Interview mit Angela Rechlin, „Jacky Paff“

Lachen ist gesund - und deshalb gerade für kranke oder pflegebedürftige Menschen eine wichtige Medizin. Verabreicht wird sie nicht vom Doktor, sondern von den Leipziger Gesundheitsclowns.

Das ganze Interview zum Hören und Lesen: mephisto 97.6


Foto und Interview: Raja Kraus

Wenn die Ulla mit der Wilma ...

Grün As * Stadtteilmagazin für Leipzig-Grünau und Umgebung

Clowns & Clowns bringen Freude für Heimbewohner

Wenn die Ulla mit der Wilma über die Flure Grünauer Seniorenheime zieht, dann sind Maritta Brauer und Kerstin Harport mal wieder in ihre Kostüme geschlüpft, haben sich eine rote Nase ins Gesicht gesteckt und wollen Freude bringen. ...

Klaudia Naceur hat einen schönen Artikel über unsere Arbeit in Grünauer geschrieben. Danke für diese schönen Zeilen.

artikel

Ein Fünkchen Glück

Printmedien * dpa * deutschlandweit

Clowns bringen nicht nur Kinder im Zirkus zum Lachen, sie begeistern auch Senioren im Altenheim. Erstaunlich ist die Wirkung bei Demenzkranken.
Von Birgit Zimmermann


@dpa/ W. Grubitzsch
Humor hilft fast immer: Die 101-jährige Gertrud Köhler hat viel Spaß mit den Clowns Maritta Brauer (l.) und Sophie Hanses-Ketteler im Altenheim St. Gertrud in Leipzig. 


Im Raum „Teichblick“ sitzen zwei Frauen an einem Tisch mit geblümter Spitzendecke vor kleinen Schminkspiegeln. Die eine malt sich die Augenpartie weiß. Die andere setzt sich einen knallroten Punkt auf die Wange. Dann kommt die rote Knollennase aus Plastik ins Gesicht. Die kleinste Maske der Welt verwandelt Sophie Hanses-Ketteler in Mona Sesam und Maritta Brauer in Ulla. Die zwei Clowns wollen in den nächsten Stunden die Bewohner des Altenpflegeheims St. Gertrud in Leipzig-Engelsdorf erfreuen, erheitern oder einfach nur berühren. 


In einer Aufenthaltsecke am Ende des Flurs, der „Palmengasse“ heißt, sitzt das Publikum. Alte Frauen lehnen in grauen Polstermöbeln. Es sieht aus, als ob sie warten. Doch vielleicht warten sie gar nicht. Manche wirken völlig abwesend. Einige sind dement, sie kennen ihren Vornamen nicht mehr und auch nicht ihr Alter. Aber als Mona Sesam die Geige zückt und „Muss i denn zum Städtele hinaus“ anstimmt, kommt Bewegung in die Gesichter. Frau Eichner summt, und die 90-jährige Margarethe Menzel im Rollstuhl mit der karierten Decke über den Knien singt leise mit. 


„Es ist faszinierend, was das Spiel auslösen kann“, sagt Sophie Hanses-Ketteler. Die 34-Jährige ist ausgebildete Schauspielerin, selbstständig als darstellende Künstlerin und seit einigen Jahren auch Clown. „Menschen, die im Rollstuhl sitzen, wollen plötzlich tanzen. Jemand, der sonst den ganzen Tag nicht mehr redet, singt auf einmal mit“, erzählt sie. Einmal im Monat sind Mona Sesam und Ulla im St. Gertrud unterwegs. Sie kommen vom Verein Clowns & Clowns, der sich der Gesundheitsclownerie für alte Menschen verschrieben hat. 


Anke Klöpsch, Theaterpädagogin und Regisseurin, hat den Leipziger Verein mitgegründet. Alles fing an mit den Klinikclowns, wie es sie in vielen deutschen Städten gibt, erzählt die 40-Jährige. Doch es sei eine völlig andere Art des Umgangs. „Von den alten Menschen kommt nicht so viel Energie zurück wie von Kindern. Man muss wirklich jedes Fünkchen aufnehmen.“ Das ist kräftezehrend, physisch wie psychisch. Etwa zehn Clowns sind derzeit für den Verein in Alten- und Pflegeheimen unterwegs, um ein wenig Abwechslung in den Tagesablauf der Senioren zu bringen.
Für ihre Auftritte proben die Clowns einmal pro Woche im Tanzsaal eines soziokulturellen Zentrums in Leipzig. Es ist ein durchaus schweißtreibendes Training mit Akrobatik-Einheiten und Pantomime. Dann üben Mona Sesam und Kaspar Knilch, Trulla und Ulla, wie Komik entsteht. Die Clowns sind im bürgerlichen Leben Kellner, Theaterpädagogen, Schauspieler. Oder Lebenskünstler wie der 41-jährige Gecko Leucke alias Kaspar Knilch. Warum er auch ein Altenheim-Clown ist? Leucke überlegt und lächelt. „Ich finde, ein Clown gehört in die Gesellschaft“, antwortet er. „Was sonst soll man sein in dieser verrückten Welt?“ 


Mona Sesam und Ulla gehen im Pflegeheim behutsam vor. Sie nehmen runzelige Hände in ihre. „Uhh, kalt. Haste immer so kalte Hände?“ Sie kleben kleine Glitzer-Herzchen auf Rollatoren. Dafür kriegen sie ein Lächeln zurück, manchmal aber auch ein Stirnrunzeln. „Nicht jeder Tag ist gleich“, sagt die 39-jährige Maritta Brauer. „Leute, die uns neulich noch reingebeten haben, wollen diesmal vielleicht gar nicht mit uns reden. Dann ist es eben ein Zeitpunkt, der überhaupt nicht passt.“ 


Im Zimmer von Annelies Winkler in der „Winzergasse“ im Erdgeschoss stehen Mona Sesam und Ulla vor einem Krankenbett. „Nicht gut“ gehe es ihr, sagt die 83-Jährige im rosa Nachthemd unter der gelben Decke. Sie ist bettlägerig, hat sich bei Stürzen schon den Oberschenkelhals und die Arme gebrochen, das Schultergelenk und einen Halswirbel zertrümmert. Im Kopf ist sie aber voll da. „Können wir nicht doch etwas machen, damit es besser wird?“, wollen Mona Sesam und Ulla wissen. Nein, gar nichts. Winkler mag sich nicht so richtig auf die beiden einlassen. Die Clowns seien nicht so ihr Fall, sagt sie. „Es kommt mir vor wie im Kindergarten.“
Die 101-jährige Gertrud Köhler dagegen lacht herzlich, sie hat viel Spaß mit den beiden Clowns. Sie kommen unterschiedlich gut an, sagt Martina Kießling, die Pflegedienstleiterin im St. Gertrud. Die geistig fitten der 90 Heimbewohner reagieren manchmal eher skeptisch. Sie bevorzugen Tanznachmittage, Spielerunden oder Gedächtnistraining. Anders sehe es bei den Demenzkranken aus. „Die Clowns holen demente Menschen an einem Punkt ab, wo ein gutes Miteinander möglich ist. Wir haben festgestellt, dass die Clowns ein Gefühl haben, die Leute zu erreichen, sie auch zum Lachen zu bringen.“ 230 Euro muss das Heim für einen Drei-Stunden-Auftritt von Ulla und Mona Sesam zahlen. „Das ist gut investiertes Geld“, findet Kießling. 


Karin Schneider, früher Betriebseisenbahnerin und Disponentin in einer Spedition, schwärmt auch eher für flotte Musik als für rote Knollennasen. Die 75-Jährige erzählt, dass sie viel liest und gern rätselt. Sie nimmt möglichst jedes Programmangebot im Pflegeheim mit. „Vielen gefällt das gut, das sehe ich ja. Im Prinzip ist man für jede Abwechslung dankbar“, sagt die Frau. Auch ein kleines Späßchen mit Mona Sesam und Ulla geht dann in Ordnung.
Sophie Hanses-Ketteler und Maritta Brauer wollen die Heimbewohner gar nicht um jeden Preis zum Lachen bringen. Clownerie für alte Leute ist anders als für Kinder, sagen sie. Leiser und sachter irgendwie. Hier zerplatzen keine Luftballons, hier werden Blicke getauscht. Mancher kramt ein Poesiealbum hervor. Einen Anknüpfungspunkt finden Mona Sesam und Ulla fast immer. Selbst die skeptische Frau Winkler lässt sich schließlich für einen Eintrag ins Poesiealbum erweichen. Nach einigem Überlegen schreibt die ehemalige Bürokraft in kantiger Schrift: „Habe sehr viel Spaß gehabt. A. Winkler.“ (dpa) 

Jacky und Kiki sorgen für unterhaltsame Stunden

Leipzig TV * regional

Leipzig TV hat die beiden Gesundheitsclowns bei ihrem Besuch im Altenheim begleitet.

Hier ist das Video.